2cK besucht Waldviertler Schuhwerkstatt

Der Deutschunterricht der 2cK begann im September mit der Lektüre des absolut empfehlenswerten Sachbuchs „Die Weltreise meiner Fleeceweste“ von Wolfgang Korn. Das Buch nimmt den Leser/die Leserin mit zu den Produktionsstätten moderner Textilien, beginnend mit der Erdölförderung in Dubai über die Faserproduktion, Färberei und Näherei in Bangladesch, den Schiffstransport in Containern nach Europa, den Vertrieb in unseren Kaufhausketten bis zur Vernichtung des Textilmarkts in Afrika durch unsere Altkleiderspenden.

Überall Verlierer und nicht einmal wir KonsumentInnen sind Gewinner, denn der Kaufrausch macht auch nicht glücklich! Da lag es nahe, eine Alternative zur ausbeuterischen Wirtschaft zu besuchen: die Waldviertler Werkstätten in Schrems.

Die Schüler und Schülerinnen konnten sich ein genaues Bild machen über die Produktion der Schuhe, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und ihre positiven Auswirkungen auf die arbeitenden Menschen und die Region. Und Heini Staudinger selbst nahm sich auch ein halbes Stündchen Zeit, um mit uns gemeinsam nachzudenken.

Im Folgenden können Sie drei ausgewählte Texte lesen, warum SchülerInnen gerne oder niemals Waldviertler Schuhe kaufen und tragen würden:

Ich, als ein 16-jähriges Mädchen würde niemals Waldviertler Schuhe kaufen, weil mir das Design nicht gefällt. Es gibt einige Ausnahmen, wo ich es mir überlegen würde, aber wenige. Das Aussehen der Schuhe passt nicht zu meinen täglichen Outfits. Eigentlich ist das auch der einzige Grund.

Andererseits würde ich gerne Waldviertler Schuhe kaufen, weil sie sehr bequem sind. Ich habe ein Paar Schuhe in der GEA-Filiale in Schrems probiert und sie waren sehr angenehm zu tragen. Außerdem weiß ich, dass die Schuhe unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen gefertigt werden und ihre Produktion hochwertig und fair ist. Und deshalb würde ich zur Unterstützung dieser Wirtschaftsform Waldviertler Schuhe kaufen. Der Preis ist auch passend, ich hätte mir sogar erwartet, dass sie teurer wären. (Largesa Istrefi)

Um ehrlich zu sein, habe ich mich noch nie mit Waldviertler Schuhen beschäftigt, erst dann, als wir in der GEA-Filiale in Schrems waren. Die Waldviertler Schuhe sind nicht „normale“ Schuhe, sie sind anders. Die Form des Schuhs ist breiter als gewohnt, dies dient dazu, dass die Zehen mehr Platz haben, da sie von den meisten Schuhen nur eingequetscht werden. Der wichtigste Punkt ist, dass diese Schuhe handgemacht sind, und es wird mit fairen, regionalen und mit möglichst ökologischen Produkten gearbeitet. Dieser Hauptpunkt zeigt sich auch bei dem Preis der Waldviertler Schuhe. Doch abgesehen vom Preis haben sie viele Vorteile. Sie sind außergewöhnlich, es gibt sie in vielen verschiedenen Farben und Modellen und vor allem sind sie bequem. Wenn der Schuh schon relativ abgenutzt ist, dann beschließt man meistens, sich ein neues Paar zuzulegen, doch die Waldviertler kann man in der GEA-Werkstatt reparieren lassen, d.h. sie sind lange haltbar, weit über 10 Jahre. Da ist der Preis wiederum relativ gut gehalten. Ich kenne nicht viele, die diese Schuhe tragen, doch mir ist aufgefallen, dass viele meiner Professoren/innen diese besitzen. Die Waldviertler Schuhe passen nicht zu meiner Geldbörse, aber ich würde sie mir trotzdem irgendwann einmal kaufen. Ich möchte Erfahrung mit den Schuhen sammeln, da ich eigentlich nur die „typischen“ Schuhe kaufe. Meiner Meinung nach sind sie vom Optischen her nicht besonders schön, aber es zählt nicht nur die Optik, sondern auch, wie man sich in den Schuhen fühlt, sodass sie nicht drücken oder schnell verschleißen. Zwar würde ich sie nicht im Alltag tragen, aber sie würden sich sicher nützlich an Tagen machen, an denen ich eine weite Strecke zu Fuß zurücklege. (Sara Bugari)

Ich bin froh, dass wir in der Schule die Waldviertler kennen gelernt haben und auch sehr vieles über Heini Staudinger. Leder ist eines meiner Lieblingsmaterialien, weshalb mir die Firma beim ersten Kennenlernen sehr sympathisch war. Da die Waldviertler Schuhe und Taschen fast ausschließlich aus Leder bestehen, mag ich die Produkte von GEA prinzipiell. Die Taschen passen aber so gar nicht in mein Budget. Ob die Waldviertler stylisch sind oder nicht, darüber kann man diskutieren. Ich finde sie ausgefallen und würde auch gerne welche tragen. Im ersten Moment kommen die Waldviertler einem teuer vor, doch wenn man hört, wie lange so ein Waldviertler hält, können es die billigsten Schuhe deines Lebens werden. Sollte am Schuh mal etwas kaputtgehen, was höchstwahrscheinlich sowieso nicht passieren wird, weil sie so robust sind, auch kein Problem: einfach den Schuh in die Schuhwerkstatt in Schrems einschicken und um ungefähr ein Drittel des Kaufpreises den Schuh, repariert, wie neu erhalten. Es ist auf lange Sicht gesehen nicht nur günstig für die Brieftasche, sondern auch für die Gesundheit. Wer täglich Waldviertler trägt, der wird mit 40, 50 Jahren höchstwahrscheinlich keine Rückenprobleme haben, weil man mit Waldviertlern eine bessere Körperhaltung hat. Auch sind die Schuhe sehr breit geschnitten, um Platz für die Zehen zu machen. Waldviertler lohnen sich also auf jeden Fall. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für Österreich, weil damit die österreichische Produktion gefördert wird und auch Arbeitsplätze in der Schuhwerkstatt in Schrems entstehen. Auch für Flüchtlinge. (Tuna Kaya)

Prof. Ulrike Pollak