Drei Tage in der digitalen Welt

Im Zuge der Digitalisierung von Geschäftsprozessen muss die Didaktik der Betriebswirtschaft zwischen autopoietischen Systemen und konnotativer Theorie oszillierend vermitteln. Daher besuchten wir mit Prof. Ramskogler im Rahmen unseres Unterrichts von 11. – 14. April drei informative, innovative und informatische Veranstaltungen.

Am Mittwoch den 11. April besuchten wir die Cinema Tour der Software „Tableau.“ Diese, mit der es annähernd möglich ist jede Form von Daten in Echtzeit auszuwerten, was nach einer Spielerei klingt, wurde Praxis durch einen Mitarbeiter mit Pilotenlizenz der AUA. Die AUA verwendet die Software nicht nur für Personal- und Flugplanung, sie errechnet aufgrund der vorhandenen Daten auch die benötigte Menge an Kerosin. Dabei wird nicht nur der Verbrauch berücksichtigt, sondern auch die benötigte Menge an Reserve. Dafür wird ausgewertet, wieviel kg Kerosin auf den bisherigen Flügen zu dem jeweiligen Standort getankt wurde und wieviel davon übriggeblieben ist. Wenn man bedenkt, dass Fluglinien sehr hohe Ausgaben für Kerosin haben, kann man erahnen, wie wichtig diese Daten zur Kosteneinsparung sind.

Am Donnerstag war E-Day der WKO, wo unter dem Motto „Digitalisierung meistern“ Präsentationen und Workshops vorgeführt und gehalten wurden. Einige Schwerpunkte waren Drohnen, die ab 25. Mai 2018 geltende DSGVO, IT-Sicherheit und Blockchain. Letztere war für uns das Hauptthema, wir haben fünf Präsentationen und einen Workshop dazu besucht. Begonnen hat es mit Dr. Julian Hosp, einem Tiroler Chirurg, ehemaligem Profi-Kite-Surfer und Gründer von TenX. In der ersten von zwei Präsentationen hat er von seinem Leben, seiner Motivation und den bisherigen Problemen seit der Unternehmensgründung berichtet. In dem sehr motivierenden Vortrag hat er darauf hingewiesen, dass man Kontakt zu Personen mit gleichen Zielen suchen muss und ihn zu Personen mit anderen Zielen meiden sollte. Man muss Widerstände meistern anstatt aufzugeben und versuchen jeden Fehler nur einmal zu machen. Bei der Wahl seiner MitarbeiterInnen sollte man besonders auf Social-Skills achten. Dazu hat er ein sehr treffendes Beispiel gebracht: wenn ich zwei Leute in ein Ruderboot setze, einer davon aber besser rudert und nicht auf den anderen achtet, wird sich das Boot immer nur im Kreis drehen.

Ein weiterer wichtiger Sprecher war Alfred Taudes, Professor an der WU Wien und Leiter des Instituts für Kryptoökonomie. Er hat in seiner Präsentation die Blockchain erklärt, dass es drei verschiedene Arten gibt (öffentlich, Konsortium, privat) und darauf hingewiesen, dass nicht jedes Unternehmen eine Blockchain benötigt. Weitere Sprecher waren CIO Astrid Schober von der Wien Energie und Sascha Mundstein, Digital Solutions & Emerging Technologies bei Pfizer BT, die auf die praktische Anwendung einer Blockchain in ihrem Unternehmen berichteten. In ihrem Workshop gibt Anita Posch, Bitcoin Expertin und Autorin von PoshMedia, einen informativen und spannenden Einblick in die Entstehung der Bitcoin-Blockchain und zeigt anhand praktischer Beispiele wie die Blockchain die Basis einer neuen Welle disruptiver Anwendungen sein wird. Es wurde erklärt, wie eine Blockchain funktioniert und warum sie als so sicher gilt. Datensätze werden zu Blöcken zusammengefügt, jeder Block bekommt einen nicht veränderbaren Hash, der sich aus dem eigenen und dem vorangegangenen Block ergibt. Sollte ein Datensatz manipuliert werden, ändert sich der Hash und somit auch der aller nachfolgenden. Da alle Kopien der Blockchain laufend miteinander verglichen werden, würde eine Manipulation sofort auffallen, die verfälschte Blockchain wird ungültig und die Änderung kann zurückverfolgt werden.

Unsere letzte Exkursion fand am Freitag den 13.4. mit der 1BDV und der 3aK mit den Professoren Jirec, Pleyl, Rott und Meyer statt und führte uns am Vormittag zum RoboCupJunior Austrian Open an der KPH Linz. Hier wurden die verschiedensten Roboter von SchülerInnen programmiert und zusammengebaut, die dann in unterschiedlichsten Disziplinen gegeneinander angetreten sind. Es gab verschiedene Parcours, die Roboter selbstständig absolvieren mussten. So mussten sie erkennen wo ein Hindernis ist und dieses umfahren, Brücken und Rampen hochfahren und Kisten befördern. Dabei wurde die Zeit gestoppt. Auch im Fußball und bei Choreographien traten die Teams gegeneinander an.

Im Anschluss ging es zur Ars Electronica, wo wir in die virtuelle Welt eintauchten. Hier gab es verschiedene Programme mit verschiedenen VR-Brillen. Man konnte zum Beispiel mit Spraydosen zeichnen, Rauch aufsteigen lassen oder verschiedene Orte besuchen. Dieser Bereich war sehr spannend aufgebaut, leider reichte die Zeit nicht um alles auszuprobieren. Danach sahen wir die Vorstellung „Deep Space 8K,“ wo die Zuseher mittels neuester Technik durch unsere Galaxie und darüber hinaus geführt wurden. Zusätzlich

wurde noch ein Panoramabild vom Mont Blanc, das sich aus zigtausenden Einzelbildern zusammensetzte, gezeigt. Es war faszinierend wie weit man hineinzoomen konnte und dann zuvor nicht sichtbare Details wie Menschen, Tiere und Objekte erkennen konnte.

Den Abschluss machte dann die Ausstellung „RADICAL ATOMS – Die Dinge neu denken.“ Hier wurde die Frage „Wie bekommen wir das Digitale (wieder) in die physische Welt?“ gestellt und beantwortet. Die „Radical Atoms“ stehen für eine Art digitale Kernschmelze, bei der sich Information und Materie verbinden. Die Information wird dabei von den Beschränkungen des Pixeluniversums befreit, die Atome aus ihrer Starre herausgerissen und in Bewegung gebracht. Das Ergebnis ist eine smarte Materie, die sich immer wieder neu modellieren lässt. WissenschaftlerInnen und IngenieurInnen entwickeln daraus Hightechmaterialien mit völlig neuen Eigenschaften und Fähigkeiten. Eine wichtige Rolle dabei spielen Neuro- und Biotechnologien, Robotik sowie Hard- und Software, genau wie alte Handwerkstraditionen. Man könnte also sagen, dass es hierbei (fast) keine Grenzen gibt und annähernd jegliches Objekt erstellt werden kann.

Diese drei Tage haben uns die digitale Welt mit sehr vielen Facetten nähergebracht und haben uns die mögliche Verwendung in der Praxis gezeigt. Dies kann nicht nur im persönlichen Bereich, sondern auch bei der richtigen Jobwahl eine Hilfe sein.

Prof. Franz Ramskogler, Markus Lugger (1ADV)

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