Exkursion: Heeresgeschichtliches Museum - Kriege gehören ins Museum

Was Schüler und Schülerinnen sich jetzt, in Zeiten der CoVID19-Pandemie wieder wünschen, ist die Schulbank zu drücken – im Klassenzimmer. Sie vermissen den direkten Kontakt zu Professoren und Professorinnen. Sie vermissen es, spontan Fragen stellen zu können, zu diskutieren und auch die Möglichkeit zu haben, Lehrausgänge vorzubereiten, die auch wirklich stattfinden.
Wir leben in einer Zeit der Digitalisierung.  Ein Leben ohne Smartphone, Computer, Tablet oder Laptop ist für unsere Jugend nicht mehr vorstellbar. Und jetzt ist das plötzlich nicht mehr cool, sondern die digitale Welt, Homeoffice, Distance-Learning ist die Grundlage des Lehrens. Ja, die Arbeit vor dem Bildschirm wurde zum Muss für alle Schüler und Schülerinnen, zur täglichen Belastung.  
Im November 2019 stand eine Exkursion nach Mauthausen auf dem Programm. Zur Vorbereitung habe ich mit einer der Klassen, der 2eS, einen Lehrausgang ins Heeresgeschichtliche Museum im Arsenal organisiert. Es war ein wunderschöner, kühler Herbsttag. Nach einem kleinen Spaziergang durch den in buntem Laub leuchtenden Park erwartete uns schon eine Führung.
In Kleingruppen hatten wir die Gelegenheit zuerst etwas zur Geschichte des Arsenals zu erfahren und dann durch die Ausstellung Österreich in der Zwischenkriegszeit geführt zu werden. Das Ziel war unsere darauffolgende Exkursion nach Mauthausen thematisch vorzubereiten.
Was geschah? Warum wurde in sehr kurzer Zeit aus der Demokratie eine Diktatur?
Die Schüler und Schülerinnen hörten von einer sehr kurzen Zeit des Friedens, von der Wichtigkeit des Wahlrechts für Frauen, gefolgt von rasch aufkeimenden Problemen, von Schattendorf und von Dollfuß. Sie sahen und besprachen Plakate und erfuhren, dass bei den Plakaten der NSDAP erstmals der Fotodruck verwendet wurde. Sie sahen einen Volksempfänger und erfuhren, wie die NSDAP dieses Gerät benutzte, um Einfluss zu üben. Für ihr Empfinden stammen diese technischen Errungenschaften aus grauer Urzeit. Aber nein, sie hörten von der Jugendzeit ihrer Groß- und Urgroßeltern. Ungläubiges Kopfschütteln.
Und sie erkannten an Hand von Beispielen die Radikalisierung und die damit einhergehende systematisch Unterdrückung von Teilen der Bevölkerung, von Demütigungen, denen diese Bevölkerungsgruppen ausgesetzt waren.
Die Erkenntnis, dass Kriege ins Museum gehören, war naheliegend.
Auch wenn die Präsentation der Objekte museumsdidaktisch sicher nicht auf dem letzten Stand ist, der Saal „Republik und Diktatur – Österreich 1918 bis 1945“ zurzeit überprüft wird, ob nicht doch Verbesserungen möglich sind, war unsere Führung ausgezeichnet. Auch das Feedback der Schüler und Schülerinnen war durchaus positiv.
Der nächste Schritt, Mauthausen, erfolgte kurz danach.

Mag. Gabriele Fromwald (PBZG)

Exkursion: Heeresgeschichtliches Museum 2020
Exkursion: Heeresgeschichtliches Museum 2020