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Embracing Technology@HAK/HAS BFI Wien: Wenn Honig, Kerzen und digitale Lernwelten Schule machen

Im Rahmen des österreichweiten Innovationsprojekts „Embracing Technology“ der Innovationsstiftung für Bildung entwickelten die Kaufmännischen Schulen des BFI Wien im Schuljahr 2025/2026 ein innovatives Unterrichtsprojekt, das digitale Technologien, fächerübergreifendes Lernen und reale Wirtschaftspraxis miteinander verbindet.

Unter dem Projekttitel DICOKO – Digitalisierte COOL-Lernumgebungen mit CLIL-Ansatz arbeiteten Schülerinnen und Schüler der Schule des Handelns (SdH) und der Potenzialentwicklungsklassen (PEK) über ein Schuljahr hinweg an einem gemeinsamen Ziel: die Entwicklung, Produktion, Vermarktung und den Verkauf eigener Produkte entlang eines vollständigen betrieblichen Wertschöpfungsprozesses. Die Hauptverantwortung dafür trug die 1bK, die damit bereits zu Beginn ihrer Ausbildung die spannende Welt der Wirtschaft nicht nur theoretisch kennenlernte, sondern selbst zu Unternehmerinnen und Unternehmern wurde. Von der ersten Produktidee über Marketing und Verkauf bis hin zur Abrechnung konnten die Schülerinnen und Schüler erleben, wie wirtschaftliche Prozesse in der Praxis funktionieren.

Von der Biene zum Verkaufsstand

Im Mittelpunkt standen selbst hergestellte Honigprodukte und Wachskerzen. Dabei lernten die Jugendlichen nicht nur die Bedeutung der Biene für unser Ökosystem kennen, sondern beschäftigten sich auch mit Imkerei, Nachhaltigkeit, Lebensmittelverarbeitung und Produktkennzeichnung.

Anschließend wurden die Produkte kalkuliert, beworben und bei verschiedenen Veranstaltungen – darunter Elternsprechtage und das Frühlingsfest des Absolventenvereins – erfolgreich verkauft. Die erzielten Einnahmen fließen in die Klassenkasse und unterstützen zukünftige gemeinsame Projekte und Exkursionen.

Lernen über Fächergrenzen hinweg

Besonders innovativ war die enge Zusammenarbeit mehrerer Unterrichtsgegenstände:

  • Naturwissenschaften vermittelten die warenkundlichen und fachlichen Grundlagen rund um Bienen, Honig und Nachhaltigkeit.
  • Betriebswirtschaft beschäftigte sich mit Kalkulation, Marketing, Rechnungslegung und Verkaufsplanung.
  • Persönlichkeitsbildung und Soziale Kompetenz trainierte Kommunikation, Teamarbeit und Verkaufsgespräche.
  • Englisch und Wirtschaftssprache unterstützte die Entwicklung von Produktbeschreibungen, Katalogen und Verkaufsgesprächen in englischer Sprache.

Für die Schülerinnen und Schüler wurde dadurch sichtbar, wie eng die einzelnen Unterrichtsgegenstände miteinander verknüpft sind und wie Wissen aus unterschiedlichen Bereichen in der Praxis zusammenwirkt.

Digitale Technologien als Lernwerkzeuge

Ein zentrales Ziel des Projekts war es, digitale Technologien nicht als Selbstzweck einzusetzen, sondern dort, wo sie Lernprozesse sinnvoll unterstützen.

Dazu wurden unter anderem Anwendungen wie BookCreator, TaskCards, Kahoot, BookWidgets, H5P, Binogi und Canva eingesetzt. Die Schülerinnen und Schüler erstellten digitale Bücher, Produktkataloge, Werbematerialien, Präsentationen und interaktive Lernprodukte. Zusätzlich entstanden virtuelle Lern- und Verkaufsräume, in denen Inhalte präsentiert und Verkaufssituationen trainiert werden konnten.

Selbstständig lernen, gemeinsam wachsen

Das Projekt orientierte sich an den Prinzipien des Cooperativen Offenen Lernens (COOL) und förderte selbstständiges, eigenverantwortliches Arbeiten. Gleichzeitig wurden durch den CLIL-Ansatz (Content and Language Integrated Learning) Fachwissen und Fremdsprachenkompetenz miteinander verbunden.

Neben fachlichen Kenntnissen entwickelten die Jugendlichen wichtige Zukunftskompetenzen wie:

  • Teamfähigkeit
  • Kreativität
  • Problemlösungskompetenz
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Selbstorganisation
  • Digitale Kompetenz
  • Eigenverantwortung

Viele Schülerinnen und Schüler erlebten dabei erstmals, wie sich Unterrichtsinhalte unmittelbar in realen Handlungssituationen anwenden lassen.

Impulse für die Schule der Zukunft

Die Erfahrungen aus „Embracing Technology“ zeigen eindrucksvoll, dass erfolgreiche Digitalisierung weit über den Einsatz einzelner Tools hinausgeht. Entscheidend ist die Verbindung von Technologie, Kompetenzorientierung, Praxisbezug und innovativen pädagogischen Konzepten.

Das Projekt hat wichtige Impulse für die weitere Schulentwicklung an den Kaufmännischen Schulen des BFI Wien gesetzt. Die entwickelten Lernstrecken werden auch künftig genutzt und weiterentwickelt. Bereits für das Schuljahr 2026/27 ist geplant, dass erfahrene Schülerinnen und Schüler ihr Wissen an nachfolgende Klassen weitergeben und so ein nachhaltiger Wissenstransfer entsteht.

Projektleitung: Mag. Claudia Zekl
Kernteam: Dr. Susanne Gruber, Mag. Michael Zink

Mit Projekten wie diesem zeigen die Kaufmännischen Schulen des BFI Wien, wie moderner Unterricht aussehen kann: praxisnah, digital unterstützt, fächerübergreifend und mit einem klaren Blick auf die Anforderungen der Arbeitswelt von morgen.

Beitrag verfasst von: Mag. Claudia Zekl, MA MA