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Zwischen Identität, Literatur und Leben: Eine besondere Lesung mit Johanna Bierbach

Im Zeichen des Pride Month lud die Schulbibliothek erneut zu einer besonderen Lesung ein, die sich diesmal schwerpunktmäßig mit dem Thema Genderidentität beschäftigte. Als Gast durften wir Johanna Bierbach begrüßen, die dem Publikum sehr persönliche Einblicke in ihr Leben gewährte. Sie erzählte von ihrer Familie, ihrem Beruf sowie ihren vielfältigen künstlerischen Tätigkeiten und nahm sich viel Zeit, die zahlreichen Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer zu beantworten. Dabei entstanden auch sehr persönliche und zum Teil philosophische Gespräche, die nicht nur J. zum Nachdenken anregten.

Anschaulich erklärte sie, was Gender für sie ganz individuell bedeutet. Zur Veranschaulichung nutzte sie das Modell der „Genderbread Person“. Dieses dient dazu, verschiedene Aspekte von Identität verständlich zu machen, etwa die Unterscheidung zwischen biologischem Geschlecht, Geschlechtsidentität, Geschlechtsausdruck und sexueller Orientierung. Durch diese Darstellung wurde deutlich, wie vielfältig und individuell diese Dimensionen ausgeprägt sein können.

Darüber hinaus schilderte Johanna Bierbach eindrucksvoll, welchen Einfluss Literatur auf ihre Biografie hatte. Sie sprach über ihre Begeisterung für Mathematik und Logik und stellte das Werk „Gödel, Escher, Bach – ein Endloses Geflochtenes Band“ von Douglas R. Hofstadter vor. Auch ihre Leidenschaft für Mode kam zur Sprache, die sie unter anderem mit dem Buch „Fashion, Identity, Image“ von Philippa Nesbitt, Angelene Wong und Paul Jobling verband. Ebenso teilte sie ihre Liebe zur Lyrik mit dem Publikum.

Den stimmungsvollen Abschluss bildete ein vorgetragenes Gedicht von Bertolt Brecht, das sowohl die Lesung als auch diesen Text auf eindrucksvolle Weise abrundet.

Morgens und abends zu lesen (1933/34)

Der, den ich liebe
Hat mir gesagt
Daß er mich braucht.

Darum
Gebe ich auf mich acht
Sehe auf meinen Weg und
Fürchte von jedem Regentropfen
Daß er mich ihm erschlagen könnte.

Beitrag verfasst von Prof. Mag. Jasmin Isak